Mann in seinem Dienstwagen

Das Auto-Abo: Pro und Contra

Flexible Mobilität ist das Gebot der Stunde und so wundert es auch nicht, dass ein Begriff immer häufiger genannt wird: das Auto-Abo. Was vor Jahren noch schwer vorstellbar war, scheint mittlerweile im Trend zu sein. Das kurzfristige Mieten eines Dienstwagens ist eine gute Möglichkeit, die Anzahl der Flottenfahrzeuge kurzfristig zu erhöhen und die Unternehmensmobilität sicherzustellen. Wie funktioniert ein Auto-Abo? Was gilt es für Fuhrparkverantwortliche zu beachten und ist das kurzfristige Mieten eines Fahrzeugs eine kosteneffiziente Alternative zum personengebundenen Dienstwagen?

Wie funktioniert ein Auto-Abo?

Die Funktionsweise eines Fahrzeug-Abonnements ist simpel und läuft ähnlich wie Abo-Modelle aus anderen Lebensbereichen ab: Der Fahrer zahlt jeden Monat einen festgelegten Betrag und schon kann er das von der Leasinggesellschaft zur Verfügung gestellte Fahrzeug nutzen. Je nach Fahrzeugart fällt der zu zahlende Betrag höher oder niedriger aus. Hierbei gilt: Je höher der Wert Fahrzeugs, umso kostspieliger wird es. Ein 1-er BMW ist bei einigen Anbietern bereits ab 400 Euro zu haben, ein Fahrzeug im Luxussegment kann kostet durchschnittlich etwa 1.000 Euro. Im Preis sind neben den allgemeinen Kosten für das Fahrzeug auch die Ausgaben für Versicherungen, Fahrzeugwartung sowie Steuern einkalkuliert. Im Preis meist nicht enthalten sind die Tank- bzw. Stromkosten bei Elektroautos. Neben den Leihkosten verlangen einigen Anbieter auch eine Startgebühr, die sich im Rahmen von ca. 100-200 Euro bewegt.

Dienstwagenfahrer, der einen Autoschlüssel überreicht bekommt

Diese Vor- und Nachteile bietet ein Auto-Abonnement

Pro:

  • der lange Entscheidungsprozess bei der Beschaffung eines Dienstwagens wird abgekürzt
  • wenig bürokratischer Aufwand dank schneller Anmeldeprozesse
  • volle Kostenkontrolle dank fixen monatlichen Raten (inklusive Versicherungs- und Wartungskosten)
  • hohe Anschaffungskosten entfallen
  • große Auswahl an aktuellen Neuwagen-Modellen
  • hohes Maß an Flexibilität dank kurzer Vertragslaufzeiten
  • bei einigen Anbietern ist eine Kaufoption zum Vertragsende inbegriffen
  • Bei kurzer Nutzung kostengünstiger als Leasing

Contra:

  • hohe Kosten, vor allem bei längerer Laufzeit
  • viele Anbieter verlangen eine Startgebühr
  • die Freikilometerpauschale variiert stark von Anbieter zu Anbieter
  • ungeeignet für Vielfahrer
  • die Planung eines Übernahmetermins kann mitunter schwer sein
  • Einschränkungen wie Mindestalter der Fahrer oder jährliche Fahrleistung sind möglich

Flexibilität ist nicht immer das Maß aller Dinge. Auch ein Auto-Abonnement allein kann nicht alle Fahrzeugengpässe in der Flotte dauerhaft lösen. Und so gilt hier genauso wie bei anderen Produkten: Analysieren Sie die Defizit.

Langzeitmiete gleich Auto-Abo?

Die Langzeitmiete im Fuhrpark erfreut sich bereits seit einigen Jahren steigender Beliebtheit. Sie wird gerne mit dem Begriff des Auto-Abos verwechselt, da eine genaue Trennung zwischen beiden Modellen nicht immer sofort deutlich wird. Dennoch gibt es einige Unterschied, die Fahrer und Fuhrparkverantwortliche wissen sollten. Die Langzeitmiete beinhaltet eine das Mieten eines Autos einer bestimmten Fahrzeugklasse. Das Auto-Abo hingegeben ist das Mieten eines bestimmten Fahrzeugmodells. Während ein Auto-Abo meistens ein Kilometerpaket beinhaltet, bei dessen Überschreitung zusätzliche Gebühren anfallen, ist die Langzeitmiete bei Mehrkilometern flexibler. Das Auto-Abo lässt sich flexibler verwalten, denn viele Anbieter erlauben eine kurzfristige Verlängerung des Abonnements. Bei der Langzeitmiete ist dies nicht problemlos möglich.

Rücklichter eines geleasten Dienstwagens

Was Sie beim Auto-Abo beachten sollten

Ein Auto-Abo ist die flexibelste Möglichkeit, den Mobilitätsmix in der Flotte kurzfristig zu erweitern. Vor allem Unternehmen mit einer hohen Fluktuation und einer kleinen Flotte können so sicherstellen, dass alle Mitarbeiter schnell und ohne lange Wartezeiten einen Dienstwagen zur Verfügung haben.

Aber auch im Fuhrpark sind Flexibilität und Schnelligkeit nicht immer die überzeugendsten Argumente. Was letzten Endes bei jeder Beschaffung eines Dienstfahrzeugs entscheidend ist, sind die Kosten. Diese Kosten müssen stets im Verhältnis zum Nutzen stehen. Ein Auto-Abo ist eine kurz-bis mittelfristige Lösung und das zeigt sich auch bei der Preisgestaltung. Denn ein Abo ist nur dann günstig, wenn Sie das Auto für wenige Monate benötigen. Auf lange Sicht sind die monatlichen Raten im Vergleich zum Leasing jedoch deutlich teurer. Die größte Kostenfalle lauert dabei meist bei der Übergabe und Rücknahme. So kann es sein, dass der Auto-Abo-Anbieter mit einem bestimmten Vertragshändler zusammenarbeitet, der nicht in der näheren Umgebung ist. Dann wird meist gegen einen Aufpreis eine Lieferung an den Wunschort angeboten. Das gleiche kann auch bei der Abholung passieren. Fuhrparkverantwortliche sollten sich daher im Vorfeld überlegen, wie lange Sie den Dienstagwagen benötigen. Wenn Sie z.B. nur in den Sommermonaten die Flotte erweitern müssen, kann ein Auto-Abo eine gute Lösung sein.

Leasing, Langzeitmiete oder Auto-Abo: Was passt am besten zu Ihrer Flotte?

Jede Flotte ist individuell organisiert. Pauschale Aussagen für oder gegen ein Modell sind daher nur schwer zu treffen. Daher gilt es: Je flexibler die Flotte, desto anpassungsfähiger sollte das Mobilitätsmodell sein. Kleine Flotten, die saisonale Engpässe oder ein geringes Budget haben, fahren im wahrsten Sinn des Wortes mit einem Auto-Abo günstig. Auch der administrative Aufwand hält sich in Grenzen, da Versicherungen und Reparaturkosten bereits im Preis inkludiert sind. Bei einem Auto-Abo kommen nur Neuwagen zum Einsatz – ein Plus für Fuhrparks, die neue Modelle oder Antriebe ausprobieren wollen, bevor sie diese vielleicht fest in die Flotte integrieren. So dient ein Auto-Abo auch als mögliche Testblase, um neue Modelle z.B. Elektroautos in Ruhe auszuprobieren und den Fahrern so den Umstieg auf Elektromobilität zu erleichtern.

Wer sich für ein Auto-Abo entscheidet, tut das meist, um so schnell wie möglich mobil zu sein bzw. zu bleiben. Die geringen bürokratischen Hürden sind ein zusätzlicher Anreiz und erfordern im Fuhrpark keine zusätzlichen personellen Ressourcen. Daher wird ein Abo auch gerne von kleinen Fuhrparks genutzt, die mit wenig Aufwand für einen sehr überschaubaren Zeitraum einen Dienstwagen benötigen, um z.B. saisonale Engpässe besser abfedern zu können. Vielfahrer und Flotten, die einen Dienstwagen für einen längeren Zeitraum benötigen, sollten sich im Vorfeld genau informieren, ob ein Auto-Abo oder nicht doch ein Leasingvertrag die beste Option ist.