Dienstwagenfahrer nimmt Schlüssel entgegen

Finanzierungsmodelle im Fuhrpark: So finanzieren Sie den Firmenwagen in Ihrer Flotte

Der Mobilitätsbedarf in Deutschland steigt und damit auch die Dringlichkeit für Unternehmen, einen Fuhrpark zu unterhalten. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 1,6 Mio. Fuhrparks mit mehr als 4,5 Mio. Flottenfahrzeugen, Tendenz steigend.

Die Beschaffung, Organisation und Verwaltung einer Fahrzeugflotte bedeutet eine große Investition, die gut durchdacht sein will. Leasing, Kauf, Corporate Carsharing oder Miete – die Entscheidung der Finanzierung des Dienstwagens in einem Unternehmen kann große Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Liquidität haben. Doch welche Variante die richtige ist, ist von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich.

Beim Kauf oder bei der Finanzierung wird der Geschäftswagen erworben und geht in den Besitz über. Beim Leasing hingegen wird der Firmenwagen für eine vertraglich festgelegte Zeit gemietet und kann nach Ablauf dieses Zeitraums abzüglich der bereits gezahlten Leasingraten gekauft werden. Corporate Carsharing oder Miete werden meist als zusätzliche Beschaffungsform, um zum Beispiel den Fahrzeugpool kurzfristig zu erweitern, verwendet.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die vier verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten im Detail vor, um Sie bei der Entscheidung über das richtige Finanzierungsmodell für Ihr Unternehmen zu unterstützen.

Leasing von Firmenfahrzeugen

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für das Flottenleasing als bevorzugte Möglichkeit der Finanzierung ihres Fuhrparks, um die Liquidität des Unternehmens zu gewährleisten. So kann sichergestellt werden, dass der Fuhrpark immer auf dem neuesten Stand ist, da das Auto Eigentum der Leasinggesellschaft bleibt. Zudem können die monatlichen Leasingraten bei den Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Nach einer bestimmten Laufzeit kann das Leasing-Fahrzeug je nach Vertag auch in den Eigenbesitz übergehen. Ein Leasingvertrag hat in der Regel eine Laufzeit zwischen zwei und vier Jahren. Ein vorläufiger Ausstieg ist meist nicht möglich. Auch wenn Leasing eine sichere Kalkulationsbasis und Planungssicherheit bietet, ist dies nicht die kostengünstigste Möglichkeit.

Meist müssen die Unternehmen bei den Dienstwagen auf eine Vollkaskoversicherung zurückgreifen. Problematisch kann es vor allem bei einem Totalschaden werden: Das Unternehmen kann dann zwar außerordentlich kündigen, muss allerdings die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen und Gewinne trotzdem bezahlen.

Beim Leasing eines Dienstwagens wird zwischen Kilometerleasing und Restwertleasing unterschieden. Beim Kilometerleasing wird eine Obergrenze an gefahrenen Kilometern vereinbart. Hier trägt hier die Leasinggesellschaft das Verkaufsrisiko. Beim Restwertleasing hingegen wird für das Ende der Leasingdauer ein bestimmter Restwert festgelegt. Falls der Wert am Ende der Laufzeit höher ist als der geschätzte, bekommt der Leasingnehmer Geld zurück. Dies geschieht allerdings sehr selten, meist kommt es eher zu Nachzahlungen. Aus diesem Grund birgt das auf den ersten Blick günstigere Restwertleasing unvorhergesehene Risiken, die Flottenbetreiber zunehmend vermeiden wollen. Das Kilometerleasing hingegen ist besser kalkulierbar.

Im Bereich Beschaffung und Finanzierung von Dienstwagen gibt es die Software-Lösung Easy, die mit Hilfe einer Multi-Supplier-Strategie den automatischen Abgleich aller Leasingkonditionen effektive Kosteneinsparungen für Ihr Unternehmen errechnen kann.

Kauf bzw. Finanzierung von Dienstwagen

Im Vergleich zum Leasing können die Raten beim Kauf eines Firmenfahrzeugs nicht steuerlich abgesetzt werden. Allerdings kann das Unternehmen den vollen Vorsteuerbetrag aus dem Kaufpreis des Autos versteuern und über die amtliche Nutzungsdauer von sechs Jahren absetzen. Zinsaufwendungen können ebenfalls als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Bei vollständiger Ratenzahlung geht das Firmenfahrzeug in den Unternehmensbesitz über. Hier ist zu beachten, dass längere Vertragslaufzeiten weniger nachteilig sind als beim Leasing, da eine längere Laufzeit zu einer geringeren Ratenzahlung führt. Zu beachten ist, dass der Gewinn beim Verkauf des Dienstwagens am Vertragsende versteuert werden muss.

Das Unternehmen trägt bei dem Kauf eines Geschäftswagens das Risiko, das Auto schlussendlich zu einem niedrigeren Preis verkaufen zu müssen als geplant. Des Weiteren belastet der Kauf die Liquidität des Unternehmens direkt und bei einer Kreditfinanzierung außerdem die Eigenkapitalquote. Dennoch kann sich ein Kauf lohnen, wenn beispielsweise nicht klar ist, wie häufig der Dienstwagen genutzt wird. Ein weiterer Vorteil: Das Auto kann ganz den speziellen Ausstattungswünschen angepasst werden.

Miete von Firmenwagen

Wenn Geschäftswagen gemietet werden, ist dies meist teurer als sie zu leasen. Wenn der Bedarf an Dienstwagen im Unternehmen jedoch schwankt, kann die Langzeitmiete von Vorteil sein: Mietfahrzeuge können nach Ablauf der Mindestmietzeit immer zurückgegeben werden und bieten so eine sehr hohe Flexibilität. Wenn der Dienstwagen nur für wenige Tage benötigt wird, kann eine Kurzzeitmiete von Vorteil sein: Von einer Kurzzeitmiete spricht man von einem Mietzeitraum von bis zu 27 Tagen. Weitere Vorteile sind die Transparenz der Kosten, das sichere Planen und kein Verwaltungsaufwand, da der Vermieter der Halter des Fahrzeugs ist. Ein Nachteil bei der Langzeitmiete ist, dass die Geschäftswagen nicht individuell ausgestattet werden können.

Corporate Carsharing

Corporate Carsharing kann nicht die komplette Flotte ersetzen, sondern dient viel mehr als Zusatz, um den Pool zu erweitern, Auslastungsspitzen auszugleichen und Pendelverkehre leichter zu gestalten. Dabei können auf verschiedene Angebote von einem externen Anbieter zurückgegriffen werden. Es gibt sowohl öffentliche, stationsgebundene, als auch Angebote für gewerbliche Fuhrparks. Welche weiteren Vorteile Corporate Carsharing für Ihr Unternehmen bietet, können Sie in unserem Blogbeitrag lesen.

Fazit – So finden Sie das passende Finanzierungsmodell für Ihren Fuhrpark

Für welches Finanzierungsmodell sich Ihr Unternehmen entscheidet, ist sehr an die individuellen Bedürfnisse anzupassen und von der strategischen Ausrichtung abhängig. Bei größeren Unternehmen mit einer umfangreicheren Fahrzeugflotte ist das Leasing eine attraktive Finanzierungsvariante. Das Unternehmen verfügt so über eine hohe Planungssicherheit und kann den Verwaltungsaufwand auslagern. Mittelständische Unternehmen bevorzugen meist eine Finanzierung ihrer Fahrzeugflotte. Unternehmen, bei denen der Fahrzeugbedarf stark schwankt, können von einer Langzeitmiete profitieren. Corporate Carsharing hingegen kann Ihre Fahrzeugflotte nicht komplett ersetzen und dient viel mehr als Zusatz zu Ihrem bisherigen Fuhrpark.

Eine pauschale Antwort für das effektivste Finanzierungsmodell gibt es nicht, aber für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt letztendlich von der Organisation Ihres Fuhrparks, die Höhe Ihres Budgets sowie der langfristigen Strategie. Als Experte für Fuhrparklösungen mit mehr fast 30 Jahren Erfahrung auf dem Markt, beraten wir Sie gerne bei der Suche nach dem passenden Finanzierungsmodell.

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