Mann und Frau in einem Business Meeting

Sicherheit im Fuhrpark – Diese gesetzlichen Regelungen sollten Fuhrparkmanager kennen

Die Sicherheit in der Flotte gehört zu den zentralsten Themen im Fuhrparkmanagement. Ob in einem kleinen Fuhrpark mit einem Dutzend Poolfahrzeugen oder in einer großen Flotte aus Mischfahrzeugen – die Gewährleistung der Sicherheit ist Pflicht eines jeden Fuhrparkverantwortlichen.

Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird durch das Arbeitsschutzgesetz klar geregelt, denn schließlich gilt es, Mitarbeiter bestmöglich vor potenziellen Gefahren zu schützen. Bei einer Nichteinhaltung dieser Vorschriften können schnell empfindliche Strafen drohen, wenn Fuhrparkmanager die Regelungen nicht beachten.

Sicherheit betrifft alle Aspekte des Fuhrparks

Ein Dienstfahrzeug ist mehr als nur ein Transportmittel, um bequem und schnell von A nach B zu gelangen. Es ist oftmals auch ein Statussymbol, das Aufschluss über den beruflichen Erfolg gibt. Nicht selten wird ein Dienstfahrzeug auch zur Mitarbeitermotivation oder Mitarbeiterbindung eingesetzt. Für Vertriebler und Außendienstmitarbeiter ist der eigene Dienstwagen eine Art mobiles Büro. Von hier aus werden E-Mails verschickt, Termine abgestimmt und Kundengespräche vorbereitet. Somit gelten für das Dienstfahrzeug genauso strenge und gesetzlich geregelte Sicherheitsvorschriften wie für den stationären Arbeitsplatz, die es einzuhalten und regelmäßig zu überprüfen gilt.

Das Thema Sicherheit im Fuhrpark ist komplex und umfassend, denn es betrifft, neben dem Fuhrparkleiter selbst, vor allem die Fahrer und deren Fahrzeuge. Zum Schutz aller Beteiligten hat der Gesetzgeber festgelegt, dass jeder Fuhrpark durch eine sachkundige Person geleitet werden soll. Dabei ist es nicht relevant, ob diese Person bereits im Unternehmen beschäftigt ist oder erst für diese Position rekrutiert wird. Bei der Besetzung ist es jedoch von Vorteil, wenn bereits Erfahrungen als Fuhrparkverantwortlicher vorhanden sind, denn viele Neueinsteiger unterschätzen die Vielfalt und Komplexität des Berufs. Ein Fuhrparkverantwortlicher sollte neben Kenntnissen zu den technischen Spezifikationen seiner Fahrzeugflotte vor allem alle sicherheitsrelevanten Regularien kennen.

Mann überprüft seinen Dienstwagen

Sicherheitsthema Halterhaftung

Die Halterhaftung gehört zu den wichtigsten Themen im Fuhrparkmanagement. Laut § 7 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) ist im Fall eines Schadens immer der Halter des Fahrzeugs in der Verantwortung, auch wenn er den Wagen selbst nicht fährt. Im Normalfall ist der Halter des Fahrzeugs stets der Fuhrparkleiter, der auch dafür Sorge zu tragen hat, dass der Wagen für den sicheren Einsatz im Straßenverkehr geeignet ist und dass der Dienstwagenfahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Allgemein ist die Prüfung aller Führerscheine, unabhängig von der Größe des Fuhrparks, Pflicht. Die Kontrolle sollte mindestens 1 x pro Jahr erfolgen und schriftlich dokumentiert werden. Passiert es nämlich, dass ein Fahrer mit einem nicht gültigen Führerscheindokument einen Unfall verursacht, so kann laut Gesetz der Fuhrparkleiter als Halter zur Verantwortung gezogen werden.

Zur Halterhaftung gehört ebenfalls das Thema UVV, die jährliche Fahrerunterweisung, die durch den Fuhrparkverantwortlichen organisiert und dokumentiert werden muss. Die Fahrerunterweisung nach UVV stellt sicher, dass der Dienstwagenfahrer alle aktuellen Vorschriften hinsichtlich der Straßenverkehrsordnung kennt und über alle sicherheitsrelevanten Aspekte seines Dienstwagens informiert worden ist. Mehr über die Inhalte der UVV und den Ablauf der Unterweisung erfahren Sie hier.

Ein indirektes Thema, das aber ebenso zur Halterhaftung gehört, ist die Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten. Dienstwagenfahrer, die über einen längeren Zeitraum unterwegs sind, müssen Pausen einlegen, um einem möglichen Unfall aufgrund von Übermüdung zu vermeiden. Vernachlässigt oder ignoriert der Halter diese gesetzlichen Regelungen, so drohen ihm schnell empfindliche Strafen in Form von Bußgeld, in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen.

Sonderfall Pflichtübertragung an den Fahrer

Nicht immer wollen oder können Unternehmen die volle Verantwortung im Schadensfall tragen. Vor allem kleine Fuhrparks können durch Unfallschäden schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen. In einigen Fuhrparks werden daher mit Hilfe eines Fahrzeugüberlassungsvertrags die Dienstwagenfahrer verpflichtet, den regelmäßigen Fahrzeugprüfungen und Inspektionen auf eigene Verantwortung nachzukommen. Was auf den ersten Blick wie eine vollständige Pflichtentbindung seitens des Fuhrparkleiters wirkt, ist bei genauerer Betrachtung ein wenig komplizierter.

Denn auch, wenn in einem Überlassungsvertrag alle Rechte und Pflichten des Fahrers ausführlich dokumentiert sind, so ist im Fall der Missachtung des Vertrags (der Fahrer kommt den regelmäßigen Inspektionen nicht nach oder verpasst absichtlich den Termin zur Fahrerunterweisung) der Fuhrparkverantwortliche mindestens in Teilen verantwortlich. Der genaue Haftungsanteil bei einem Unfall, ebenso der Umfang der privaten Nutzung des Dienstwagens, sind im Vertrag festgelegt.

weiße Transporter auf Firmenparkplatz

Fazit: Organisation und Sicherheit gehen Hand in Hand

Fuhrparkverwaltung bedeutet in erster Linie Organisation, denn es gilt nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die Fahrer sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Termine bestmöglich zu koordinieren. Das bedeutet Aufwand, der sich aber auszahlt. Denn nur ein gut organisierter Fuhrpark ist auch ein sicherer und wirtschaftlich nachhaltiger Fuhrpark.

Kurzum: Der Fuhrparkleiter ist die erste Instanz, wenn es um den Fuhrpark und dessen sicheren Betrieb geht; aber auch im Schadensfall sollte er immer der erste Ansprechpartner sein. Regelmäßige Schulungen, sowohl der Fuhrparkverantwortlichen als auch der Fahrer, sollten für jedes Unternehmen mit einer betriebseigenen Flotte eine Selbstverständlichkeit sein. Denn nur ein effizienter Wissensaustausch gewährleistet eine sichere und flexible Unternehmensmobilität.