Mobilitätsbudget statt Dienstwagen: Flexible Mobilität für Mitarbeiter

Mitarbeiter im urbanen Raum nutzen Bike- und Scooter-Sharing-Angebot dank einem Mobilitätsbudget
Mitarbeiter im urbanen Raum nutzen Bike- und Scooter-Sharing-Angebot dank einem Mobilitätsbudget

Das Mobilitätsbudget verspricht eine flexible Mobilität im Fuhrpark. Laut dem Arval Mobility Observatory 2023 nutzen 21 Prozent der deutschen Unternehmen bereits ein Mobilitätsbudget. In Zeiten von remote oder hybridem Arbeiten und der Notwendigkeit von mehr Klimaschutz, kann es sich gerade für Unternehmen lohnen, die Unternehmensmobilität mit Hilfe solche eines Konzeptes so flexibel und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Kann das Mobilitätsbudget der Schlüssel zu mehr Flexibilität in der Flotte werden? In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Mobilitätsbudget für Mitarbeiter ist und welche Vorteile es bietet.

Was ist ein Mobilitätsbudget?

Das Mobilitätsbudget für Mitarbeiter ist eine Alternative zum Firmenwagen. Der Arbeitgebende stellt ein zuvor festgelegtes Budget bereit, welches flexibel für die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel genutzt werden kann. Das Mobilitätsbudget kann dann nach Belieben für geschäftliche und private Fahrten über den Monat auf verschiedene Verkehrsmittel wie ÖPNV, Deutsche Bahn, Carsharing, Leihräder, E-Scooter, E-Roller, Taxi usw. aufgeteilt werden. Dieses Konzept bringt mehr Flexibilität bei der Wahl des gerade passenden Transportmittels und lässt sich in eine bestehende Flotte integrieren. 

Wird der Betrag für berufliche und private Fahrten im laufenden Monat nicht voll ausgeschöpft, kann der Überschuss meist für andere Zwecke oder Leistungen verwendet werden. Beispielsweise für ein neues Fahrrad oder als Zuschuss zur Altersvorsorge. Besonders sparsame Arbeitnehmer, die z. B. den ÖPNV oder die Bahn nutzen, werden dann zusätzlich belohnt. Darüber hinaus schafft ein Mobilitätsbudget für Mitarbeiter den Anreiz, das Firmenauto öfter mal stehenzulassen. Vor allem in überfüllten Ballungsgebieten, wenn man auf Staus und die lästige Parkplatzsuche verzichten will. 

Grafik Stau europäischer Großstädte
So lange stehen europäische Dienstwagenfahrer im Stau.

Vorteile eines Mobilitätsbudgets

Der Gedanke hinter dem Mobilitätsbudget ist, dass Mitarbeiter maximale Flexibilität in der Wahl des ihres Fortbewegungsmittels haben. Im besten Fall entscheiden sie sich für umweltschonende Alternativen wie den ÖPNV oder die Bahn. Der personengebundene Dienstwagen verliert über kurz oder lang an Attraktivität. Für das Fuhrparkmanagement bedeutet ein Mobilitätsbudget eine effizientere und kostengünstigere Verwaltung der Fahrzeugflotte. 

Doch ein Mobilitätsbudget hat noch mehr Vorteile:

Für Arbeitnehmer:

  • Anreiz für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten
  • Keine Parkplatzsuche und weniger Stau, vor allem im urbanen Raum
  • Mehr Flexibilität in der Mobilität
  • Steigerung der Zufriedenheit

Für Arbeitgeber:

  • Mehr Inklusion im Unternehmen
  • Besser Kostenkontrolle durch feste Budgets
  • Verbesserung des Images und Abgrenzung vom Wettbewerb
  • Förderung von nachhaltiger Mobilität
Das Mobilitätsbudget bietet Arbeitnehmenden große Flexibilität in der Wahl ihres Fortbewegungsmittels, wie dem ÖPNV oder das Fahrrad.
Das Mobilitätsbudget bietet Arbeitnehmenden große Flexibilität in der Wahl ihres Fortbewegungsmittels, wie dem ÖPNV oder das Fahrrad.

Mobilitätsbudget statt Dienstwagen?

Laut einer Studie von SAP Concur würnschen sich 57 % der Arbeitnehmer, die in der Stadt leben, ein Mobilitätsbudget. Bei den Arbeitnehmern im ländlichen Raum sind es immerhin 40 %. 

Auch wenn die Bereitschaft der Firmen wächst, die Mitarbeitermobilität flexibel zu organisieren, ist es wichtig, dass Unternehmen zunächst die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen ihrer Mitarbeiter sowie die betrieblichen Anforderungen sorgfältig bewerten.

Mobilitätsbudgets sind vor allem im urbanen Raum beliebt, da hier die Auswahl an E-Bikes und Carsharing-Anbietern groß ist und das Netz des Nah- und Fernverkehrs sehr gut ausgebaut ist. Im ländlichen Raum sieht das oftmals anders aus. Hier ist die Mehrheit der Mitarbeiter bei beruflichen und privaten Fahrten immer noch auf einen Firmenwagen angewiesen. Auch Mitarbeiter im Außendienst, die regelmäßig Kunden- und Geschäftstermine wahrnehmen müssen, möchten ohne großen Aufwand mobil sein. Einige Branchen, wie Handwerk oder Pflegedienste, sind ebenfalls auf eigene Fahrzeuge angewiesen, um Werkzeuge, Maschinen und Equipment zu transportierten.

Daher ist ein Mobilitätsbudget für Mitarbeiter in einigen Fällen kein Ersatz zum Dienstwagenmodell, sondern eher eine Ergänzung des Mobilitätsmixes. Die Wahl zwischen beiden Angeboten zu haben, trägt für viele Mitarbeiter bereits zu mehr Zufriedenheit bei.  

Mobilitätsbudget Versteuerung: Rechtliche Aspekte beachten

Wer das Mobilitätsbudget für Mitarbeiter als Alternative oder Ergänzung zum klassischen Firmenwagen erwägt, sollte ich im Voraus mit steuerlichen und arbeitsrechtlichen Aspekten beschäftigen. Die steuerlichen Vorgaben für die Berechnung des geldwerten Vorteils für private Fahrten mit Dienstfahrzeugen sind eindeutig gesetzlich geregelt. 

Für die Mobilitätsbduget Versteuerung können je nach Mobilitätsart unterschiedliche Regeln gelten und Kosten für Steuer- und Sozialabgaben anfallen. Beim Mobilitätsbudget spielt auch die Art und Höhe des Budgets eine Rolle und kann sich steuerlich günstiger in den Kosten auswirken.

Wichtig zu wissen ist, dass Budgetverbräuche „verursachergerecht“ erfasst, abgerechnet und einzelnen Mitarbeitenden zugeordnet werden müssen. Das kann einfach über eine Software per App von darauf spezialisierten Anbietenden erfolgen. Bei der Umsetzung eines Mobilitätsbudgets für Mitarbeiter sollte sich das Fuhrparkmanagement in jedem Fall juristisch und steuerlich beraten lassen.

Mobilitätsbudget für Mitarbeiter: Diese Schritte sollten Sie berücksichtigen

Die Implementierung eines Mobilitätsbudgets im Unternehmen erfordert nicht nur eine sorgfältige Planung, sondern auch das Engagement aller Beteiligten – von der Geschäftsführung über die Personal- und Finanzabteilungen bis hin zu den Mitarbeitern selbst.

  1. Zielsetzung:Das Unternehmen sollte sich klare Ziele für das Mobilitätsbudget setzen, beispielsweise eine bessere Kontrolle der Kosten, eine höhere Flexibilität oder eine Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.
  1. Definition des Budgets: Die Fuhrparkleitung muss ein Budget festlegen, das den Mitarbeitern zur Verfügung steht, um ihre neue Mobilität zu finanzieren. Dabei sollten die bisherigen Kosten für Dienstwagen berücksichtigt werden.
  2. Informieren und Schulen der Mitarbeiter: Es ist wichtig, die Mitarbeiter über die Änderung zu informieren und ihnen zu erklären, wie das neue Mobilitätsbudget funktioniert. Schulungen oder Informationsveranstaltungen können hier hilfreich sein.
  3. Angebot einer breiten Auswahl an Mobilitätslösungen: Das Unternehmen sollte den Mitarbeitern eine breite Palette an Mobilitätslösungen zur Verfügung stellen, die in das Budget passen, wie beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing, Fahrräder oder E-Bikes.
  4. Monitoring und Anpassung: Das Unternehmen sollte das Mobilitätsbudget regelmäßig überwachen und gegebenenfalls anpassen, um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen der Mitarbeiter entspricht und die Ziele erreicht werden. Es kann hilfreich sein, das Konzept zunächst mit einer kleineren Pilotgruppe zu testen und Anpassungen vorzunehmen.
  5. Belohnungen für nachhaltige Mobilität: Das Unternehmen kann auch Anreize für nachhaltige Mobilität setzen, indem es zum Beispiel zusätzliche Mittel für Mitarbeiter bereitstellt, die öffentliche Verkehrsmittel oder umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrräder nutzen.

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